Erscheint im Sommer 2024

Franz Kafka-Jahr 2024. Wir beteiligen uns mit einem wenig beachteten Werk des Neuerers: DER BAU. Kafka hat 1915 unter dem Kriegseindruck einen für das Publikum ausgestellten Schützengraben mit seiner ihm eigenen klaustrophobischen Angst durchquert. Der Beginn eines Textfragments, das diese Enge und Beklemmung visuell und psychologisch bestrickend einfängt.

Der Bau ist eine 1923–1924 entstandene, unvollendete Erzählung von Franz Kafka, die posthum erstmals 1928 in der Zeitschrift Witiko und 1931 von Max Brod veröffentlicht wurde. Sie schildert den vergeblichen Kampf eines Lebewesens um die Perfektionierung seines riesigen Erdbaues zum Schutz vor Feinden. Wer aber die Feinde sind und ob dieses Lebewesen Mensch, Tier oder Zwischenwesen ist, das verschlüsselt Kafka so souverän und geistreich, wie man es nur erwarten kann. Zwanghafte (Selbst-)Beobachtung und die geistigen Labyrinthe einer Paranoia werden in einem kunstvollen Arrangement zu einem Lese-Erlebnis, das Liebhabern von „Das Schloss“ oder „Der Prozeß“ bestens vertraut sein sollte. 

„Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen. “

„Es muß ja kein eigentlicher Feind sein, dem ich die Lust errege, mir zu folgen, es kann recht gut irgendeine beliebige kleine Unschuld, irgendein widerliches kleines Wesen sein, welches aus Neugier mir nachgeht und damit, ohne es zu wissen, zur Führerin der Welt gegen mich wird, es muß auch das nicht sein, vielleicht ist es – und das ist nicht weniger schlimm als das andere, in mancher Hinsicht ist es das schlimmste – vielleicht ist es jemand von meiner Art, ein Kenner und Schätzer von Bauten …“

Aus: DER BAU

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