Mjunik
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Armin Kratzert: Mjunik
Karl Valentin hebt ab – und München gleich mit
„(…) Hin und wieder dachte Karl Valentin, dass es vielleicht übertrieben wirken könnte, wenn er zu oft in seinem eigenen Drehbuch auftauchte.
Aber eigentlich fand er diese subjektive, selbstironische Erzählhaltung gut. Er schätzte es auch bei Dokumentarfilmen, wenn der Regisseur oder Reporter sichtbar wurde, sich seinem Gegenstand aussetzte, persönlich kommentierte. Und in der zeitgenössischen Literatur gefielen ihm zum Beispiel die autofiktionalen Stoffe von Karl Ove Knausgård viel besser als etwa die superartifiziellen Romane eines Christian Kracht oder Armin Kratzert. (…)“
Was wäre, wenn Karl Valentin im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz wiederauferstünde – und beschlösse, München zur schwebenden Stadt über den Alpen zu machen? Armin Kratzerts neuer Roman verwandelt diese verrückte Idee in ein ebenso witziges wie atemberaubendes Abenteuer. Gemeinsam mit Freddie Mercury, Uschi Obermaier, Walter Sedlmayr, Lenin und vielen anderen historischen Ikonen will Valentin Filmgeschichte schreiben. Doch zwischen Größenwahn und Genie, KI und Kino, Kunst und Wirklichkeit gerät der Plan spektakulär aus den Fugen.
Mit sprachlicher Brillanz, feinem Münchner Schmäh und bissiger Satire nimmt Kratzert Filmbranche, Kunstbetrieb, KI-Hype und bayerischen Politfilz aufs Korn. Skurril, klug und voller überraschender Wendungen ist dieser Roman eine Liebeserklärung an München – und zugleich seine vergnüglichste Demontage. Der schärfst gewürzte Münchenroman seit Langem.

Armin Kratzert
Armin Kratzert, geboren 1957 in Augsburg, ist Schriftsteller, Journalist und Dokumentarfilmer. Viele Jahre arbeitete er als Fernsehredakteur beim Bayerischen Rundfunk, produzierte Filme über Literatur und Kunst und gehörte zu den Mitbegründern des Kulturmagazins „Capriccio“.
Seit seinem literarischen Debüt „Der Senn“ (1998) hat er sich mit Romanen und Verserzählungen einen Namen gemacht, die bayerische Geschichte, Gegenwart und Mythos auf ebenso poetische wie satirische Weise miteinander verbinden. Es folgten unter anderem „Gothik“, „König Ludwig Love Sensation“, „Hundertmark“, „Magnolia“, „Beckenbauer taucht nicht auf“ – von der Süddeutschen Zeitung*als „letztgültiger Münchenroman“ bezeichnet – sowie „Die Zukunft des Tötens“.
Mit seinem neuen Roman kehrt Armin Kratzert nach München zurück – dorthin, wo Realität und Groteske seit jeher nur einen Witz voneinander entfernt sind.
Es ist tatsächlich so gekommen, dachte Karl, dass die KI-Anwendungen irgendwelcher Start-Ups in der Lage sind, Schauspieler vollkommen zu ersetzen, bisher undenkbare Settings zu erfinden und schließlich wohl auch ganz autonom zu drehen. Einiges nutzte er selbst für sein Projekt.
Auszug aus dem Roman

„München“, sagte Madame X. „Mjunik.“
„Minga, Baby“, sagte Becker.
Auszug aus dem Roman

