
L. Valentin Krocka
19,0 cm / 12,0 cm / 1,3 cm
Offsetdruck
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L. Valentin Krocka: Alles worüber wir nichts sagen müssen.
Wirklichkeitsversuche
L. Valentin Krockas „Alles worüber wir nichts sagen müssen“ ist ein Solitär im Dickicht der humoristischen Literatur. Der 1959 geborene Autor greift tief in die Werkzeugkiste vergangener Epochen: Er parodiert die Kurzgroteske à la Daniil Charms, lässt sich inspirieren von den genre-sprengenden Experimenten von Ror Wolf, Robert Gernhardt und Reinhard Lettau – und verwebt all das zu einem Spiel mit der Literatur selbst.

Unzweifelhaft ist Krocka bei den Könnern und Meistern der kurzen Form in die Lehre gegangen und, wie er selbst sagt, ist er „ein paar Jahrzehnte zu spät oder zu früh geboren“. Wir jedenfalls freuen uns, diese kleinen Ansichten unserer Welt bald in Buchform präsentieren zu können – als Vademecum für jene, denen die Realität zu dunkel und zu humorlos geworden ist. Lesen Sie Krocka, solange er noch da ist und nicht, wie eine seiner Figuren, jäh aus der Geschichte verschwindet: „Es verschwinden so viele Sachen, Geschöpfe, Laute und Farben, dass es kaum zu beschreiben ist, und jetzt, so fürchte ich, verschwinde auch ich.“ Näher ist die Wahrheit der Lüge nie gekommen. Oder umgekehrt.
Mit einem Nachwort von Dr. Christian Katzschmann.
„Es war an einem Dienstag in der Nähe der Hölle, als das Innere des Paradieses entdeckt wurde. Es war der Tag der Sperrmüllabfuhr und einige Gegenstände im Sperrmüll gaben unmissverständlich Aufschluss über das Paradies. Man trug die Fundstücke zu einem Fachmenschen, der auch sofort eine Expertise erstellte, die den gesamten Rest der Menschheit an der weiteren Fortführung der Welt zweifeln ließ. Im Grunde, so sagte es dieser Experte, sei das einzige, was sich mit Sicherheit sagen lasse, dass die Erde ein runder, bewohnter Himmelskörper sei, umgeben von Sternen und Dunkelheit. Zu mehr wollte sich der Fachmensch nicht äußern, es sei schon so alles kompliziert genug. (…)“
Aus: Karominenkolle. L. Valentin Krocka
„Ein Mann rauchte Zigarre. Die Zigarre rauchte so sehr, dass der Mann in Windeseile alterte und nach wenigen Minuten intensiven Rauchens 120 Jahre alt war. Trotzdem zündete er sich sofort eine neue Zigarre an. Im Zimmer nebenan rauchte ein Topf voller Nudeln. Die Köchin steckte den Kopf so tief in den heißen Dampf, dass sie zu schrumpfen begann. Sie schrumpfte so heftig, dass sie schließlich in den Topf fiel und mit den Nudeln verkochte. Ihr Mann merkte nichts davon und aß klaglos den Topf leer mitsamt seiner Frau. In der Wohnung darunter rauchte eine Pflanze, die Feuer gefangen hat. Sie rauchte so stark, dass man tagelang nichts mehr sehen konnte. Als der Rauch sich endlich verzogen hatte, erblickte der Besitzer der Wohnung lauter fremde Menschen, die in seinen Sesseln hockten. Nicht einer dieser Menschen war ihm bekannt. Er fand nicht den Mut, sie hinauszuwerfen. (…)“
Aus: Nichts los. L. Valentin Krocka

L. Valentin Krocka lebt im Bayerischen Wald mit Frau, das Kind ist ausgezogen. Er hat einen Kopf, zwei Arme und Beine, mehr müssen wir nicht wissen. Lesen Sie lieber sein Buch, dann wissen Sie mehr.
Vielleicht sogar zu viel.
„Kein ätzender, lästernder Humor, sondern ein subtiler, an die feine Ausdrucksweise des Humanismus anschließender Humor.“
Jury „Bayerns Beste Independent-Bücher“
Mit ureigener Gabe der Weltwahrnehmung, Menschen- und Seelenkunde, die eine ebenso forsche wie elegante Entblößung des irritierend Gewöhnlichen ist, versteht Krocka das Dasein als fortwährende Abfolge unvorhersehbarer Störungen und Zerstörungen, misslingenden Verstehens und scheiternder Verständigung.
Christian Katzschmann.
Krocka könnte mit diesen Texten durch die Lande ziehen – als Ein-Mann-Theater, jener theatertraditionellen Spezies, in der ein einziger Mensch Autor, Regisseur, Bühnenbildner, Darsteller und Tourneemanager zugleich ist.
Herausgeber Florian L. Arnold

