Bayerns beste Bücher 2024:
Paul van Ostaijen:
Das Gefängnis im Himmel
Edition Hibana: Paul van Ostaijen – Das Gefängnis im Himmel
Aus dem Belgischen übersetzt von Anna Eble und Andreas Lampert · Illustrationen von Anne Dingkuhn
Das Gefängnis im Himmel von Paul van Ostaijen steht auf der Empfehlungsliste „Bayerns beste Independent Bücher 2024“. Die Auswahl würdigt außergewöhnliche Neuerscheinungen unabhängiger bayerischer Verlage und eröffnet zugleich faszinierende Einblicke in Literaturen anderer Länder und Zeiten.
Paul van Ostaijen, einer der bedeutendsten Dichter der niederländischen Literatur, ist stark von Dadaismus und frühem Surrealismus geprägt. Der Band widmet sich einer bislang wenig beachteten Seite seines Schaffens: der Groteske. Die scharfzüngigen, absurden Kurzprosen suchen in der Literatur ihrer Zeit ihresgleichen.
Die Hamburger Künstlerin Anne Dingkuhn hat den Band mit expressiven Dunkelflächen und fein hervortretenden Federzeichnungen gestaltet. Ihre Illustrationen geben den Grotesken van Ostaijens einen eigenständigen, atmosphärisch starken Rahmen.
Die Auszeichnung macht zugleich sichtbar, was unabhängige Verlage leisten: Sie entdecken literarische Schätze, öffnen den Blick über Grenzen hinweg und bereichern die bayerische Literaturlandschaft mit außergewöhnlichen Büchern.
Große Freude: Wir sind prämiert für die Verlagsprämie des Freistaats Bayern!
Würdigung der Jury:
Der Verlag
Die Edition Hibana wurde 2020 ins Leben gerufen. Das Profil des Verlags: Klassikerausgaben mit aufwändigen Illustrationen in limitierter Auflage, anspruchsvolle Gegenwartsliteratur, Kunst und Experimentelles. Die Reihe AIDEA gibt dem kleinen Format von der kurzen Erzählung über Essay bis zum typographischen Spiel einen Raum. Sachgebiete: ganz unabhängig von vermuteten Verkaufschancen; Eigen- und Sonderbares, Rares und Hinreißendes, kurzum alles, was Staunen und Schmunzeln lässt.
Das Publikationsvorhaben „Alles worüber es nichts zu sagen gibt“
L. Valentin Krockas Kurzgrotesken schließen an eine alte, heute fast vergessene Tradition an, zu der Schriftsteller wie Jean Paul, Oskar Panizza, Daniil Charms und auch Karl Valentin gehörten. Die Groteske als Form einer Weltauseinandersetzung, die in der drastischen, urkomischen, rundum „MERKwürdigen“ Zuzspitzung gipfelt. Unzweifelhaft ist Krocka bei den Könnern und Meistern der kurzen Form in die Lehre gegangen. Krockas Kleinformen sind miniaturisierte Dramen, Winzigstromane, sie zersetzen das Gesicherte und geben dem Möglichen einen weiten Raum. Die hohe sprachliche, inhaltliche und erzählerische Qualität des Textes macht eine Lücke in der aktuellen Buchlandschaft sichtbar: Humor. Kein ätzender, lästernder Humor, sondern ein subtiler, an die feine Ausdrucksweise des Humanismus anschließender Humor. Für dieses Buch ist eine ausgefeilte typographische Gestaltung sowie reiche illustratorische Ausstattung vorgesehen, die den Text fortsetzt und erweitert – und Spielzeug für die Fantasie der Lesenden sein soll.









