Neuer Baustein der humoristischen Literatur
L. Valentin Krocka schreibt Grotesken, die der Wirklichkeit einen kleinen, aber entscheidenden Riss verpassen. Seine Miniaturen beginnen oft beiläufig und kippen dann ins Absurde – nicht als bloßer Nonsens, sondern als präzise Beobachtung menschlicher Eigenheiten. Krocka steht dabei spürbar in der Tradition von Daniil Charms, Karl Valentin, Jean Paul und Oskar Panizza indem er auf kleinstem Raum Wirklichkeitsverdrehungen ausübt.
Das Vergnügen liegt in der Kürze: Aus wenigen Sätzen entstehen kleine Dramen, in denen Gewissheiten zerbröseln und das Unwahrscheinliche plötzlich vollkommen plausibel erscheint. Dabei ist Krockas Humor weder zynisch noch auf Effekt aus, sondern trocken, elegant und wunderbar eigensinnig. Er entlehnt seine Sprache oft dem nüchternen Wissenschaftsdeutsch, das er mit Anteilen von Dadaismus, Romantik und Sprachspiel würzt.
Dr. Christian Katzschmann beschreibt es in seinem Nachwort präzise als „Entblößung des Gewöhnlichen“.
Gerade darin liegt die Stärke dieser Grotesken: Sie machen die Welt nicht verständlicher, aber akzeptieren und spielen mit ihrer Merkwürdigkeit. Der Spleen als Sport, das Missverständnis als Kunst: manchmal ist das die bessere Form von Erkenntnis.
Ausgezeichnet durch eine Verlagsprämie des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst 2024
Das Publikationsvorhaben konnte die edition hibana dank der Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2024 realisieren. Die Auszeichnung unterstützt unabhängige Verlage, die mit besonderen Programmen zur literarischen und kulturellen Vielfalt beitragen – gerade dort, wo Bücher abseits des Massengeschmacks sonst nur schwer ihren Weg in die Welt finden.
L. Valentin Krockas erstes Buch ist genau so ein Fall. Hoffentlich bleibt es nicht sein letztes. Es ist kein gefälliges Buch für den Massenmarkt und keines, mit dem sich das Literaturfeuilleton schmücken mag.
Dafür ist es eines für alle, die gern um die Ecke denken, sich überraschen lassen – und Freude an Literatur haben, die sich ihren eigenen Weg sucht.








