
NU:LIT – Humor in der Literatur
Festival für ungewohnte Literatur:
3. Auflage vom 7. bis 17. Mai 2026 an besonderen Orten in Neu-Ulm
Donnerstag, 7. Mai 2026, 19 Uhr:
Friederike Gräff:
Frau Zilius legte ihr erstes Ei an einem Donnerstag
Ort: Blumen Weimar, Finningen (Breitenhofstr. 110)
Eintritt: 10 Euro (Tickets an der Abendkasse)
Manchmal biegt das Leben einfach falsch ab – und genau da wird es spannend. In Friederike Gräffs Geschichten platzt der Alltag gern aus der Naht: Eine stellvertretende Abteilungsleiterin legt plötzlich ein faustgroßes Ei (denkbar ungünstig im Personalgespräch). Während der Predigt hebt Sabine von der Kirchenbank ab und lässt Jobfrust und Ehemann elegant unter sich. Und Bernward? Schließt sich mittwochs einer Schafherde an, weil Menschen zu anstrengend sind.
Geschichten über kleine Wunder, große Abwege und den seltsamen Betrieb namens Leben.
„Gräffs Geschichten überschreiten die Grenzen dessen, was wir als Alltag und Wirklichkeit betrachten. Sie zeigt, wie nah das Wunderbare und das Alltägliche beieinanderliegen.“ (taz)
Musik: Ferdinand Schlichtig
Bei gutem Wetter findet die Veranstaltung unter freiem Himmel statt, bei schlechtem Wetter sind wir im Gartenhaus.
Samstag, 9. Mai 2026, 19 Uhr:
Best of Bavaria:
Leseabend mit Christian Katzschmann und Christl Mayr (Theater Ulm)
Ort: Erlöserkirche Offenhausen (Martin-Luther-Straße 2)
Eintritt: 7 Euro (Tickets an der Abendkasse)
Bayern: Berge, Seen, München – und vor allem eine bemerkenswerte Dichte an Sonderlingen.
In dieser Doppel-Conférence des bajuwarischen Humors servieren Christl Mayr und Christian Katzschmann vom Theater Ulm das Kuriositätenkabinett des Freistaats. Da trifft Karl Valentins unpolitische Käsrede auf L. V. Krockas neurotische Hausbesitzeranalyse und Oskar Maria Grafs bayerische Weltbetrachtung mischt sich mit literarischen Petitessen aus anderthalb Jahrhunderten.
Ein Abend zwischen Lesebrillenmoment und Realitätskipper – und ziemlich großer Gaudi.
NU:LIT – Humor in der Literatur
NU:LIT – Humor in der Literatur
Festival für ungewohnte Literatur:
3. Auflage vom 7. bis 17. Mai 2026 an besonderen Orten in Neu-Ulm
„NU:LIT“ – Unter diesem Namen startete in der Kultursaison 2024 eine brandneue Veranstaltungsreihe der Stadt Neu-Ulm: das Neu-Ulmer Festival für ungewohnte Literatur.
NU:LIT, ein Konzept von Autor und Verleger Florian L. Arnold, ist dezentral und barrierefrei und bringt die Kultur in die Stadtteile. Und zwar in Form von ungewohnter Literatur.
Die kleine, aber feine Reihe hat sich dem Humor in der Literatur verschrieben: mal schräg, mal fein, aber nie bösartig. Lachen und Lächeln an ungewöhnlichen Orten in Neu-Ulm. Weil Lachen doch die beste Medizin ist.
Auch 2026 bringt NU:LIT die Mundwinkel wieder nach oben, vertieft Lach- statt Sorgenfalten und verteilt literarische Lachanfälle im ganzen Neu-Ulmer Stadtgebiet. Die diesjährige Ausgabe findet vom 7. bis 17. Mai 2026 statt.
Mit dabei: Friederike Gräff, bei der der Alltag gern mal ein Ei legt (im wahrsten Sinne), Moritz Hürtgen beweist, dass die Angst vor Lyrik ziemlich komisch sein kann. Leo Riegel serviert Cartoon-Pointen vom Feinsten. Ole Lucoje zeigt, wie viel Witz im Alltag steckt – jung, klug und sehr lustig. Und zum Schluss: Matthias Egersdörfer, fränkischer Phantast und Meister der Geschichten, die so verrückt sind, dass sie fast wahr sein könnten.
Das Programm finden Sie weiter unten auf dieser Seite sowie in unserem Programmflyer:
Programm NU:LIT 2026 (PDF, 1.3 MB)
Die Veranstaltungen finden bei jedem Wetter statt.
Bei gutem Wetter sind wir nach Möglichkeit im Freien, bei schlechtem Wetter drinnen.

Montag, 11. Mai 2026, 19 Uhr:
Ole Lucoje: „Pazifist mit Gewaltfantasien“ – Texte und Geschichten
Ort: Museumsstadel Pfuhl (Hauptstr. 73)
Eintritt: 10 Euro (Tickets an der Abendkasse)
Ole Lucoje stellt keine großen Fragen und beantwortet wahrscheinlich auch keine konkret – er beschreibt sie. Dabei scheut er weder die klassische Short Story noch knalligen Humor.
In seinem Debüt zieht der Poetry-Slam-Pionier viele Register: bildstarke Geschichten, die ins Groteske kippen, gefeierte Bühnentexte sowie satirisch-essayistische Auseinandersetzungen mit der Überforderung eines jungen Zwangsneurotikers im großstädtischen Alltag. Jung, hochkomisch, nachdenklich und unbedingt unterhaltsam. Kommt rum, wird ziemlich grandios.
Mittwoch, 13. Mai 2026, 19 Uhr:
Moritz Hürtgen: Angst vor Lyrik – Komische Gedichte
Ort: Pfarrstadel Holzschwang (St.-Georg-Straße 14)
Eintritt: 7 Euro (Tickets an der Abendkasse)
Moritz Hürtgen nimmt euch die Angst vor Lyrik – oder macht sie endlich lustig.
Angst macht Angst, Angst macht Politik und Angst macht Auflage. Ein Gedichtband, der Fürchten lehrt – und unterhält. Ein Leben in Angst: alle Menschen führen es. Vollkommen unmöglich, den Ängsten zu entkommen. Kaum ist eine Angst verdrängt, kommt die nächste um die Ecke, springt aus dem Schrank oder lauert nachts unterm Bett. Es wäre ein aussichtsloses Unterfangen, alle Über- und Unterängste zu klassifizieren, die Urängste zu suchen und ihnen Angststammbäume zuzuordnen. Vorgebliche Angstforscher sind oft -hasen, die es nicht wagen, die Sinnlosigkeit ihrer Arbeit und die Übermacht der Angst anzuerkennen. Der Lyriker und Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen hat aus Angst bzw. aus diversen Ängsten (Bedeutungslosigkeit, Armut, Prosa) einen Gedichtband geschrieben, der gar nicht erst versucht, Angst zu definieren oder Ängste zu bannen. Nein, er hat sich von besonders schönen und fürchterlichen Ängsten heimsuchen lassen, um sie zu beschreiben, zu loben und sie mutig genug! – wenigstens kurzzeitig in lyrische Form zu sperren.
In „Angst vor Lyrik“ treffen komische Gedichte auf ebenso schräge Bilder zwischen feiner Satire und gepflegtem Unsinn.
Lyrik, die nicht nervt, sondern knallt.
Freitag, 15. Mai 2026, 19 Uhr:
Leo Riegel: Cartoon-Lesung
Ort: Grundschule Burlafingen (Adenauerstr. 14)
Eintritt: 7 Euro (Tickets an der Abendkasse)
Leo Riegel liest Cartoons – klingt komisch, ist es auch. Zwischen schnellen Strichen und noch schnelleren Pointen entsteht ein Abend voller trockener Gags, schräger Beobachtungen und genau dem richtigen Maß an herrlich sinnlosem Quatsch.
Seltsam verschlüsselte Botschaften aus dem All beantwortet Riegel ebenso wie die großen, endgültig unnötigen Fragen des Universums: Warum reagiert ein Touchscreen nicht auf Leberwurst? Was hat Uropa Hans im Ersten Weltkrieg gemacht? Und warum wird die Natur eigentlich immer vulgärer?
Leonard Riegel wurde 1983 in Göttingen geboren und studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Cartoonpreis (2009) und dem Sondermann-Förderpreis für komische Kunst (2015), und erschienen unter anderem in Titanic, taz und FAZ. Seit 2014 ist er Redakteur der Titanic für Cartoon und Bildwitz.
Sonntag, 17. Mai 2026, 19 Uhr:
Matthias Egersdörfer:
Das Lachen des Buntspechts
Ort: Pfarrgarten Gerlenhofen (Freudenegger Str. 5)
Eintritt: 10 Euro (Tickets an der Abendkasse)
Matthias Egersdörfer liest aus „Das Lachen des Buntspechts“ und „Rotkehlchen umschwirren mich“. Was zunächst idyllisch klingt, entpuppt sich schnell als eigenwillige Mischung aus fränkischem Grant, poetischem Wahnsinn und absurd verdrehten Alltagsbeobachtungen. Seine Geschichten taumeln zwischen Komik und Abgrund, sind mal brüllend komisch, dann wieder überraschend still und zart.
Egersdörfer ist einer der eigenwilligsten Komiker und Erzähler im deutschsprachigen Raum. Furios entwickelt er Typentheater mit liebevoll gezeichneten Cholerikern und Männern, die es im Grunde nur gut meinen.
Der 1969 in Nürnberg geborene Kabarettist, Schauspieler und Autor wurde unter anderem mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Bekannt ist er für seinen unverwechselbaren Stil zwischen Wutrede, Melancholie und absurdem Humor, den er sowohl auf der Bühne als auch in Literatur und Film konsequent weiterentwickelt hat.
Bei NU:LIT erleben wir ihn in einer eher selten gesehenen Rolle: als Autor literarischer Werke, die oft genau dort hintreffen, wo es wehtut – und gut tut.














